Meine Motivation
Das Gefühl, immer nur die Erwartungen anderer zu erfüllen, ließ in mir den Wunsch wachsen, endlich etwas für mich selbst zu tun. Ich wollte dem Alltag entfliehen und etwas Neues entdecken. Schon lange trug ich eine tiefe Sehnsucht in mir.
Als 31-jähriger Mensch mit Behinderung wollte ich herausfinden, ob ich in der Lage bin, allein auf einem Campingplatz in Sardinien in einem Zelt zu leben – ohne Rückfahrtticket, aber mit 5.000 D-Mark in der Tasche. In den Jahren zuvor hatte ich die Insel mit Gruppen aus Deutschland besucht. Nun wollte ich wissen, ob es auch ohne diese „deutsche“ Unterstützung möglich ist.
Mich zog es in den Jahren davor schon immer wieder an diesen Ort – und dieses Mal ich wollte so lange wie möglich dort bleiben.

Campingplatz als geeigneter Lebensort
Ein Campingplatz ist ein besonders geeigneter Ort, um neue Menschen kennenzulernen, da er wie ein kleines soziales Dorf auf Zeit funktioniert. Dies war zumindest ein entscheidender Faktor für den Erfolg meines Projekts.
Alle Anwesenden teilen dort eine ähnliche Ausgangs-situation: Sie suchen Erholung, Natur oder eine Auszeit vom Alltag. Diese Gemeinsamkeit erleichtert den Einstieg in Gespräche erheblich – auch dann, wenn man, wie ich zu Beginn meiner Reise, die Landessprache (Italienisch) nicht spricht.
Gleichzeitig ist die Atmosphäre auf Campingplätzen meist ungezwungen und offen, da formelle Strukturen, wie man sie aus Hotels kennt, weitgehend fehlen. Durch die räumliche Nähe – etwa zu direkten Nachbarn, gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen oder Wegen – entstehen immer wieder beiläufige Begegnungen, aus denen sich Gespräche entwickeln können.
Hinzu kommt, dass Hilfsbereitschaft auf Campingplätzen eine große Rolle spielt: Ob beim Aufbau eines Zeltes, beim Ausleihen von Werkzeug oder bei Tipps zur Umgebung – solche Situationen bieten natürliche Gesprächsanlässe und erleichtern das Knüpfen von Kontakten.
Als Mensch mit Behinderung kann nach meiner heutigen Erfahrung ein Ort wie dieser besonders gut geeignet sein, um Freiheit und Selbstbestimmung zu erleben. Meine Behinderung war dabei häufig sogar ein Türöffner, da sie Menschen auf mich aufmerksam machte und Neugier weckte.
Insgesamt schafft ein Campingplatz durch die besondere Mischung aus Nähe, Offenheit und gemeinsamer Lebenssituation ideale Bedingungen dafür, dass aus zufälligen Begegnungen schnell persönliche Kontakte oder sogar Freundschaften entstehen können. Alles Dinge, die das Leben von Menschen mit Behinderungen erleichtern können.

Mein damaliges Camp

Italienisch lernen

Hilfe beim Zeltabbau

Tauchen am Strand
Fazit
Meine dreimonatige Auslandsreise trotz einer schweren Behinderung kann durchaus als ein erfolgreiches Lebensexperiment bezeichnet werden, weil es mich bewusst aus der gewohnten Lebensstruktur herausführte und bei viele grundlegende Fragen des eigenen Lebens es positive Antworten gab. Der Begriff „Experiment“ ist dabei nicht negativ gemeint, sondern beschreibt eine aktive, erfahrungsbasierte Auseinandersetzung mit den eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Eine solche Reise wie damals ist war kein „normaler Urlaub“, sondern eher ein bewusst gewählter Praxistest des eigenen Lebensmodells unter realen Bedingungen.
Meine dreimonatige Auslandsreise trotz meiner schweren Behinderung kann durchaus als ein erfolgreiches Lebensexperiment bezeichnet werden. Sie führte mich bewusst aus meiner gewohnten Lebensstruktur heraus und gab mir auf viele grundlegende Fragen meines Lebens positive Antworten.
Der Begriff „Experiment“ ist dabei nicht negativ gemeint, sondern beschreibt eine aktive, erfahrungsbasierte Auseinandersetzung mit den eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Eine solche Reise war kein „normaler Urlaub“, sondern vielmehr ein bewusst gewählter Praxistest des eigenen Lebensmodells unter realen Bedingungen.
Mehr über mein Experiment und seinen vielen positiven Folgen ist in meinem Buch „L’Ultima Spiaggia – Meine letzte Hoffnung“ zu lesen sowie in meinen Kolumnen und Podcasts zum Thema Inklusion zu erfahren. Weiter unten findet sich zudem eine kleine Fotocollage aus meiner Zeit dort im Jahr 2001.



Strand mit Steinen

Torre di Bari

Zelt für Assistenten:innen

Pedelecs für Assistenten:innen

Mein Fahrrad
